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Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener

Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung ErwachsenerAnalphabetismus bei uns in Deutschland? Ja, den gibt es. Darum hat das Bundesbildungsministerium mit wichtigen Partnern eine bundesweite Aufklärungskampagne gestartet.

2. 12. 2015

Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind sogenannte funktionale Analphabeten. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende, auch kürzere Texte wie zum Beispiel eine schriftliche Arbeitsanweisung verstehen. Für etwa 14 Prozent der erwerbsfähigen Deutschen trifft das zu. Das hat die Studie "Level-One Survey (leo)" der Universität Hamburg im Jahr 2011 gezeigt.

Weitere 2,3 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren gelten der Studie zufolge als vollständige Analphabeten. Sie können ihren Namen und einzelne Worte schreiben. Ganze Sätze aber können sie weder lesen noch verstehen. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für sie besonders schwierig. Aus Angst und Scham, sich als Analphabeten offenbaren zu müssen, trauen sich nur wenige, aktiv Hilfe zu suchen.

Dabei ist es nur ein kleiner Schritt, der so viel verändern kann. Damit mehr Menschen diesen Schritt wagen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zahlreiche Programme, die es Analphabeten leichter machen, Lesen und Schreiben zu lernen.

 

Dekade der Alphabetisierung

Bund und Länder wollen in den nächsten zehn Jahren die Lese- und Schreibfähigkeiten von Erwachsenen in Deutschland deutlich verbessern. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth haben deshalb am eine Dekade für Alphabetisierung ausgerufen. Erwachsene sollen in den nächsten zehn Jahren mehr Angebote als bisher bekommen, die sie dabei unterstützen, besser Lesen und Schreiben zu lernen. Das Bundesbildungsministerium wird in dieser Dekade mit bis zu 180 Millionen Euro Alphabetisierungsprojekte fördern sowie Kurskonzepte und Selbstlernmöglichkeiten schaffen.

"Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, fühlen sich häufig ausgeschlossen, denn in der modernen technik- und dienstleistungsorientierten Arbeitswelt sind diese Fähigkeiten das Fundament für gesellschaftliche Teilhabe und sichere Beschäftigung. Gemeinsam mit den Ländern und vielen weiteren Partnern wollen wir in den nächsten zehn Jahren erreichen, dass mehr Menschen den Mut finden, auch in späteren Lebensphasen ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu verbessern. Ich will dabei ausdrücklich hervorheben, dass die von uns geförderten Programme und Projekte für Flüchtlinge offen stehen, um sie beim Deutschlernen zu unterstützen." - Johanna Wanka, Bundesbildungsministerin

Die Maßnahmen des Bundesbildungsministeriums werden insbesondere arbeitsmarktnahen Themen und Zielgruppen gelten. Ziel ist es zum Beispiel, Grundbildung in den Kontext von betrieblichen Weiterbildungsangeboten einzubauen. Eine wichtige Rolle kommt bei der Alphabetisierung auch den Gewerkschaften zu. Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund hat das Bundesbildungsministerium ein Konzept zum Einsatz von Lernberaterinnen und –beratern in den Betrieben entwickelt, das nun flächendeckend angeboten werden soll. Um Unternehmen zu motivieren, will das Bundesbildungsministerium künftig jedes Jahr ein in der Alphabetisierung besonders engagiertes Unternehmen mit einem Preis auszeichnen. Eine Informationskampagne des Bundesbildungsministeriums soll zudem über funktionalen Analphabetismus informieren und das Thema enttabuisieren. Die Kampagne soll betroffene Menschen motivieren, den Schritt in die Weiterbildung zu gehen.

Quelle: bmbf.de

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